Erfolgreiche Veränderung, Teil IV: Widerstände abbauen

Dies ist Teil 4 einer 8-teiligen Serie:
1. Warum Change?
2. Häufige Probleme bei Veränderungsinitiativen
3. Gründe für Widerstände
4. Widerstände abbauen
5. Argumente gegen konkrete Widerstände
6. Vorbereitung
7. Robuste Planung
8. Erfolgreiche Umsetzung

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Optimale Voraussetzungen

Auch unabhängig vom Erfolg Ihrer Verbesserungsinitiative sollte Ihnen daran gelegen sein, Ihren Mitarbeitern ein angenehmes Arbeitsumfeld zu bieten, damit sie morgens gern zur Arbeit kommen. Ein zufriedener Mitarbeiter ist ein produktiver Mitarbeiter. Einige wichtige Voraussetzungen dazu sind die von Eli Goldratt definierten „Engines of Harmony“:
1. Der Mitarbeiter muss den Wert (Beitrag) seiner Arbeit sowie die seiner Kollegen im Unternehmen kennen.
2. Der Mitarbeiter hat die notwendigen Befugnisse, um seinen Verantwortungen nachzugehen (keine Lücke zwischen dem, was er darf und dem, was er soll).
3. Kooperative Zusammenarbeit aller Bereiche auf ein gemeinsames Unternehmensziel hin, so dass interne Konflikte und faule Kompromisse vermieden werden.
4. Konstruktive Prozesse, bei denen Annahmen ohne Angst hinterfragt werden können und aus Erfahrung gelernt wird, ohne gegenseitige Schuldzuweisung.

Möglicherweise ist Ihr Unternehmen so weit von dieser Realität entfernt, dass Sie hier schon gleich Ihr erstes Verbesserungsprojekt haben! Ein derartiger Kulturwandel ist nicht trivial, doch fraglos lohnenswert: er bietet die denkbar beste Basis, damit Ihnen Ihre Mitarbeiter künftig mit weit mehr Enthusiasmus in die Zukunft folgen.

Kooperation mit allen Stakeholdern

Um Ihre Mitarbeiter für Ihre Initiative zu begeistern, ist einer der wichtigsten Schritte, sie von Beginn an mit einzubinden. Hören Sie sich Einwände nicht nur ernsthaft an, sondern ermutigen Sie Mitarbeiter aktiv, Kritik am Projekt zu üben! Lassen Sie sie daran teilhaben, für die ermittelten Probleme und Nebenwirkungen Lösungen zu finden. Lassen Sie sie gar die Richtung der Veränderungsinitiative mitbestimmen. Einwände und Bedenken der Mitarbeiter werden so nicht zum Hindernis, sondern zur Chance. Sie werden ernst genommen und in Workshops methodisch durchgearbeitet:

  • Können wir überzeugend darlegen, weswegen das erwähnte Problem keines ist?
  • Was können wir unternehmen, damit das erwähnte Problem doch nicht auftaucht?
  • Was haben wir übersehen? Ist unsere Idee vielleicht doch nicht so toll?

Dies hat mehrere positive Effekte:

  • Die Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen und ihre Einwände gehört. Widerstände sinken merklich, wenn sie nicht gegen eine Wand auflaufen, sondern auf willige Ohren fallen.
  • Durch die aktive Teilnahme am Entwicklungsprozess fühlt der Mitarbeiter sich dem Veränderungsprojekt persönlich verbunden. Es ist nun auch „sein Baby“, denn seine Vorschläge sind darin eingeflossen (und er hat Interesse daran, zu beweisen, dass sie sinnvoll waren).
  • Nicht zuletzt können Ihnen Ihre Mitarbeiter wertvolles Feedback über unerwartete Nebenwirkungen geben, die Sie nicht bedacht hatten. Sie bringen eine Perspektive ein, die Ihnen möglicherweise fehlte.
  • Mitarbeiter kennen zudem oft schon die Lösung für das Problem, das sie selber ansprechen. Man muss sie nur fragen!

 

Gute Ideen kommen nicht nur aus den oberen Führungsebenen, sondern oft genau von den Leuten, die täglich mit dem Alltag Ihres Betriebs konfrontiert sind. Ihre Erkenntnisse und Intuition sind nicht zu unterschätzen. Doch damit die Mitarbeiter ihre Ideen mit Ihnen teilen, müssen sie sich sicher sein, dass sie geschätzt und ernst genommen werden. Wichtig ist in einem solchen Umfeld daher auch, dass gelegentliches Scheitern dem Mitarbeiter nicht angelastet wird, sondern als Teil des Verbesserungsprozesses verstanden wird. In unserem Zweiteiler zu den Schichten des Widerstandes werden diese Vorgehensweisen mehr im Detail erläutert.

Schnelle Ergebnisse und konsequente Kommunikation

Der beste Weg, nach unzähligen gescheiterten, versandeten oder enttäuschenden Verbesserungsprojekten Ihre Mitarbeiter zu begeistern, ist ein schnelles, überzeugendes Resultat. Ihre Initiative sollte daher so aufgebaut sein, dass die ersten, spürbaren Resultate schon sehr bald eintreten.

Genauso wichtig ist es natürlich, Erfolge und Fortschritte regelmäßig zu kommunizieren. So können sich Mitarbeiter nicht nur darüber informieren, dass die Veränderungen dem Unternehmen tatsächlich nutzen. Offene Kommunikation fördert zudem das Gemeinschaftsdenken und hilft dabei, dass alle Beteiligten sich involviert fühlen und gerne ihren Beitrag zu den Veränderungen leisten.
Kommunikation ist in einem guten Unternehmen allgemein unerlässlich. Wir erwähnten bereits, wie wichtig es für den Mitarbeiter ist, seine eigene Rolle im Gesamtunternehmen zu verstehen. Auch für die Verbesserungsinitiative selber gilt: je klarer und überzeugender Sie der Belegschaft die Gründe und Daseinsberechtigung der Initiative darlegen können, umso höher die Erfolgschancen.

Hier hilft Ihnen das Tool des Strategie- und Taktik-Baums – auch Masterplan genannt – das wir im nächsten Teil genauer vorstellen werden. Er erlaubt es Ihnen, jeden Schritt, vom übergreifenden Ziel bis zu den einzelnen Sub-Taktiken, für alle klar und offen darzustellen – inklusive der jeweils dahinterliegenden Logik.
Dank offener Strategien und Taktiken weiß nun jeder, was von ihm persönlich (sowie von allen anderen) erwartet wird. Es bestehen klare Prioritäten und Regeln, Konflikte werden beseitigt und Mitarbeiter tragen gern und proaktiv zur fortlaufenden Verbesserung bei.

In unserem letzten Beitrag zum Thema Widerstände gehen wir auf eine Reihe konkreter Einwände ein, die oft bei Verbesserungsinitiativen hervorgebracht werden.

 

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